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Wandern mit Kindern: 3-Tages-Tour über Giglachseen und Duisitzkarsee

Fast wie im Urwald! Moose und Farne säumen den wunderschönen Waldweg.

Diese 3-tägige Wanderrunde – Ausgangs- und Endpunkt sind gleich – ist eine schöne und fordernde Tour für jeden, ohne technische Schwierigkeiten, lediglich der Abstieg hinab zum Duisitzkarsee erfordert Obacht und Trittfestigkeit, im oberen Stück ist ein Stahlseil zur Sicherung angebracht.

Wir unternehmen die Tour mit unseren Kindern, 5 und 7 Jahre alt. Es ist allerdings nicht ihre erste Wandertour und der Weg erfordert für die Kleinen einige Grundausdauer und Gehfreude, sind am ersten Tag doch rund 1.000 Höhenmeter mit 4 Stunden reiner Gehzeit zu bewältigen. Der zweite Tag ist ähnlich anstrengend, wenngleich unsere Kinder, sobald wir auf der Duisitzkarseehütte angekommen sind, gleich wieder herum und den Hasen hinterher laufen. Am dritten Tag – es sind lediglich noch 2 Stunden Abstieg ins Tal zu meistern – kommt aber die Müdigkeit deutlich zum Vorschein: kaum sitzen wir im Auto, schlafen beide auf der Stelle ein. Wir Eltern sind überrascht, denn während des Gehens war von dieser Erschöpfung nicht viel zu bemerken, gleichzeitig sind wir aber sehr stolz auf unsere Kinder und freuen uns, dass wir diese tolle Tour mit ihnen unternehmen konnten.

Die Ignaz-Mattis-Hütte am Unteren Giglachsee. Dieser traumhafte Bergsee taugt sogar für einen Sprung ins kühle Nass – Badehose nicht vergessen!

Übrigens: Die Reservierung für eine Nächtigung ist auf den einzelnen Hütten unbedingt vorab notwendig, da alle recht gut besucht sind. In unserem Fall etwa war die Keinprechthütte komplett voll, ansonsten hätten wir die Tour auf einen vierten Tag erweitert.

Die Tour im Detail

Tag 1: Von Obertal/Hopfriesen zur Giglachseehütte

Tag 2: Von den Giglachseen zum Duisitzkarsee

Tag 3: Von der Duisitzkarseehütte nach Hopfriesen

Tag 1: Von Obertal/Hopfriesen zur Giglachseehütte

Am 1. Tag werden Höhenmeter gemacht! Wilde Himbeeren und Heidelbeeren vom Wegesrand sind eine süße Belohnung für diese Strapazen.

Wir starten gemütlich am Vormittag vom Parkplatz Hopfriesen. Der Weg beginnt bei einer kleinen Brücke und ist mit seiner guten Markierung nicht zu verfehlen. Der wunderschöne Weg führt durch einen fast urwaldähnlichen Wald, überall Moose und Farne, Himbeeren wachsen am Wegesrand. Der Weg führt stetig sanft bergauf. Unser erstes Etappenziel ist die Lackneralm, die zwar nicht bewirtschaftet, aber dennoch mit ihrer schönen Lage direkt am Bach ein netter Rastplatz ist. Nach kurzer Rast führt der weitere Weg nun abwechselnd über eine Forststraße und Abschneider durch steile Waldstücke. Hier werden Höhenmeter gemacht! Auch mit den Kindern war diese Passage kein Thema, denn der Wegesrand ist voller Heidelbeersträucher, von denen wir ausgiebig genascht haben. Als wir schließlich beim Knappenkreuz vorbei kommen, haben wir die ersten 600 Höhenmeter geschafft, mit Blick auf den Landauersee machen wir an dieser Stelle Mittagspause.

Voilà! Unsere Kreation: Oreo-Kekse mit Heidelbeeren.

An diesem Tag haben wir auf einer Strecke von rund 10 km insgesamt 900 Höhenmeter und rund 4 Stunden reine Gehzeit zu meistern, vor allem für unsere Kinder eine Herausforderung. Die Wegzeit bis zur Ignaz-Mattis-Hütte ist in Hopfriesen mit 3,5 Stunden angegeben, ohne Kinder sicher machbar. Wir lassen uns jedoch etwas mehr Zeit und machen mit den Kindern ausreichend lange Pausen – da werden dann auch schon einmal Oreo-Kekse mit Heidelbeeren dekoriert. 😉

Auf der zweiten Weghälfte geht es dann sanfter und gemächlicher bergauf.

Nach der Mittagspause liegt noch die zweite Wegeshälfte vor uns, wenngleich die Steigung mit nur mehr 300 Hm deutlich geringer ausfällt. Das erste Stück nach dem Knappenkreuz geht es noch kurz steiler bergauf, dafür ist die Steigung am Rest des Weges bis zu den beiden Giglachseen nur mehr sanft und die Gebirgslandschaft rundherum wunderschön!

Zuerst kommen wir zum Unteren Giglachsee, an dem auch die Ignaz-Mattis-Hütte liegt. Da es erst Nachmittag ist und uns von der Wanderung entsprechend heiß ist, beschließen wir, einen Sprung ins kühle Nass zu wagen. Und wir sind nicht die einzigen! Für diese Tour schadet es also nicht, die Badehose bzw. den Bikini einzupacken! Obwohl der Giglachsee ein Gebirgssee ist, ist er zwar doch frisch, aber an diesem heißen Tag wunderbar kühlend. Schätzungsweise 17 Grad – das geht gerade noch.

Was für Ausblicke!

Durch unseren verlängerten Badeaufenthalt kommen wir erst gegen 17 Uhr auf der Giglachseehütte, wo wir die Nacht verbringen, an. Gerade recht, denn warme Küche gibt es hier nur bis 18 Uhr. Wir lassen uns den frischen Kaiserschmarren schmecken, dazu einen großen Becher frische Buttermilch – herrlich!

Tag 2: Von den Giglachseen zum Duisitzkarsee

Nach dem Frühstück geht es wieder weiter.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg, unserem nächsten Ziel entgegen, dem Duisitzkarsee. An diesem Tag geht es auf einer Streckenlänge von rund 7 Kilometern 300 Hm bergauf und rund 600 Hm bergab. Das erste Stück des Weges gehen wir heute am anderen Seeufer des Oberen und des Unteren Giglachsees zurück, bis wir zur Abzweigung Richtung Duisitzkarsee kommen. Der Blick über die beiden Seen sowie die imposanten Gipfel ringsum ist beeindruckend. Der Weg steigt anfangs leicht an, immer wieder bleiben wir stehen um das Panorama zu bestaunen oder Heidelbeeren von den unzähligen Sträuchern zu naschen.

Der Duisitzkarsee von oben, nun geht es stetig bergab.

Von oben haben wir den See schon im Blick, dann erfolgt der Abstieg, rund 500 Hm hinunter. Auch im Duisitzkarsee ist Schwimmen möglich, wärmer als der Giglachsee ist er aber nicht. An der Speisekarte der Duisitzkarhütte merkt man, dass das Platzerl ein beliebtes Ausflugsziel ist. Eines steht fest: es schmeckt köstlich! Und wieder genießen wir die frische Buttermilch, die mit Heidelbeeren besonders gut ist.

Neben der guten Küche ist auf der Duisitzkarseehütte noch der besonders für Kinder attraktive „Streichelzoo“, der im Grunde nur Zwergponys und freilaufende Hasen umfasst, erwähnenswert. Daneben grasen frei herum laufend noch Kühe und Pferde. Unsere Kinder waren jedenfalls nicht zu bremsen: haben sie uns zumindest noch kurz zuvor erzählt, wie müde ihre Beine bereits sind, so sind sie doch, kaum, dass wir auf der Hütte angekommen sind, aufgeregt den Hasen und deren Jungen nachgelaufen. Alle Müdigkeit war augenblicklich vergessen. 😉

Tag 3: Von der Duisitzkarseehütte zurück nach Hopfriesen

Zwischen Duisitzkarsee und Eschachalm sind wir wieder im Wald unterwegs. Hier begegnen uns viele Tagesausflügler.

Zwar wären es vom Duisitzkarsee hinunter zum Parkplatz nach Hopfriesen, dem Start- und Endpunkt unserer Wanderung, am Vortag nur mehr 2 Stunden Gehzeit den Berg hinab gewesen – für unsere Kinder aber eindeutig zu viel. Wir merken ihnen an diesem 3. Wandertag die Müdigkeit schon an und gehen es entspannt an. Für die kleinen Füße ist es doch ein Stück hinunter bis zum Parkplatz und bergab Gehen ist auf Dauer doch anstrengend.

Vom Duisitzkarsee geht es zuerst den Wanderweg hinab zur Eschachalm. Dieser Weg ist – wie wir selbst sehen – sehr gut besucht von Tagesausflügerln, die vom Parkplatz bei der Eschachalm zum Duisitzkarsee wandern. Erschreckend: die Menge an achtlos weggeworfenen Taschentüchern und sonstigem Mist, mitten im schönsten Wald. Es dauert Jahre bis diese Dinge verrotten …

Von der Eschachalm  sind es noch 2 km entlang einer Forststraße bis nach Hopfriesen. Links und rechts der wunderschöne Wald und das Rauschen des Obertalbachs. Dann haben wir es geschafft. Eine wunderschöne Tour, die jedem empfohlen werden kann!

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Auf den letzten Metern unseres Weges beeindruckt uns einmal mehr der grüne, üppig wuchernde Wald mit seiner Schönheit.

Falls ihr euch noch fragt, wie ihr eure Kinder zum Wandern motivieren könnt, dann lest mal meine diesbezüglichen Tipps!

3 Kommentare

  1. WoW, großartige Tour und toll dass die Kinder das durchhalten. Meine Kids fangen spätestens nach 1 Stunde zu meckern an – habt ihr da einen Trick?

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    1. Hallo Anna, schön, dass dir die Tourenbeschreibung gefallen hat. Zur Motivation unserer Kids haben wir uns schon ein paar Tricks überlegt, dazu folgt demnächst ein Blog-Beitrag. Aber prinzipiell ist ein Aventeuer-Weg besser geeignet als ein langweiliger, Beeren zum Naschen vom Wegesrand, ein Bach oder See, ausreichend lange Pausen zum Spielen und Entdecken, ja, auch Kekse, und ein paar andere Tricks. Mehr demnächst am Blog! 😉 lg Cathi

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