Allgemein Die Serie zum Laufstart Laufen

Laufstart 2: Keine falsche Scham – trau dich!

Du möchtest gerne mit dem Laufen beginnen, aber du befürchtest, du könntest dabei lächerlich aussehen? Nachbarn oder Bekannte könnten schief schauen, wenn du mit rotem Kopf durch die Gegend schnaufst? Oder genierst du dich, wenn du nicht gleich wie eine Gazelle durch die Savanne hüpfst, sondern mal langsam dahin trippelst und trottest, während du von überehrgeizigen Marathonläufern überholt wirst? (Die aus Übereifer wahrscheinlich kurz vor einem Herzinfarkt stehen … nur so nebenbei 😉 )

Vergiss es!

Wir wollen immer gleich alles perfekt machen und können, aber: Kein Läufer denkt so! Kein Läufer macht sich über einen Laufanfänger lustig. Warum auch? Denn jeder, der heute so scheinbar leichtfüßig an dir vorbei läuft, hat genau das Gleiche erlebt. Jeder Läufer hat irgendwann einmal selbst erst angefangen und weiß, wie das so ist. Wenn ein Läufer einen Laufanfänger sieht, denkt er also nicht: „Haha, schau mal!“. Sondern einfach: „Ah, schau, da probiert’s noch wer – noch jemand, der bald draukommen wird, wie toll Laufen ist!“ Läufer verstehen dich und kennen diese Anfangshürden.

Bleiben noch die anderen, die Nicht-Läufer. Falls du dir Gedanken machst, was sie über dich und deine Laufambitionen denken, solltest du dir ein paar Dinge klar machen:

  • Jeder ist mit sich selbst am meisten beschäftigt! Glaubst du wirklich, dass es die anderen Leute unbedingt interessiert, dass du jetzt gerade an ihnen vorbei geschnauft bist? Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, aber: meistens sind wir so auf uns selbst fixiert – gerade in einer Situation, die uns selbst peinlich ist -, dass wir denken, alle anderen Leute um uns herum haben nichts besseres zu tun, als nur auf uns zu achten. Vielleicht schauen sie kurz – du bist ja schließlich nicht unsichtbar – und sind dann im Grund schon wieder mit ihrem eigenen Leben und Alltag beschäftigt.
  • Du hast Angst vor dummen Kommentaren und Sprüchen „Hopp, hopp, hopp“ oder „Na, geht’s nicht ein bisschen schneller?“ oder Ähnliches kannst du getrost überhören und vergessen! Beim Laufen geht’s mal nicht darum, dass du schnell läufst, sondern dass du überhaupt läufst und dich bewegst! Und wer macht denn Kommentare? Der kettenrauchende Nachbar oder der Typ, der lieber selbst ein paar Kilos abspecken sollte? Abwertende Kommentare von anderen offenbaren meist nur deren eigene wunde Punkte und Komplexe! Etwa das schlechte Gewissen, weil sie selbst auch mal wieder etwas Sport machen sollten. Stattdessen eine demotivierende Bemerkung zu wem anderen zu machen, ist da natürlich viel einfacher. Bleibe also dran am Laufen und mach dir klar: Jetzt geht’s nur um dich! Du willst das! Am Anfang musst du ein bisschen durchbeißen, aber mit der Zeit wird Laufen für dich selbstverständllich werden und du wirst automatisch schneller werden! Das geht gar nicht anders.
  • Du kannst nicht durchlaufen, aber findest es peinlich, zwischendurch zu gehen Lass dir mal gesagt sein: Ich laufe schon seit Jahren und lege auch noch ab und zu Gehpausen ein! Weil ich etwa einen weniger fitten Tag habe, davor gerade schnell gelaufen bin, der Weg den Berg hinauf doch recht anstrengend ist, was auch immer. Gehen ist normal, wahrscheinllich sind die meisten Menschen, die dir bei deiner Laufrunde begegnen, gehend unterwegs. Und ob du laufst oder gehst, ist denen egal. Also mache dir nichts draus. Aber ich habe mir am Anfang die gleichen Gedanken gemacht: „jetzt schnaufe ich schon wieder so“, „ich kann nicht mehr“, „jetzt muss ich schon wieder gehen“, „was denken sich die anderen, wenn ich gehe“, „man sieht doch an meinen Laufschuhen, dass ich eigentlich laufen will“ und so weiter. Heute weiß ich: Die meisten Läufer laufen nicht von A nach B durch. Auch erfahrene Läufer, die etwa ein phasenweise anstrengendes Intervalltraining absolvieren, gehen zwischendurch einmal oder bleiben auch mal kurz stehen. Da ist nichts dabei und der Puls kann sich beruhigen. Und dann gehts wieder weiter.
  • Du findest, du bist viel zu langsam Niemand wird von heute auf morgen zum Speedy Gonzales. Warum willst du denn unbedingt schnell laufen? Mit dem ersten Wettkampf solltest du vielleicht noch ein bisschen warten! Aber jetzt mal im Ernst: lass dich nicht irritieren von anderen Läufern, die mit einem Mega-Speed an dir vorbei düsen, so als gäb’s kein morgen. Bleib entspannt. Genieße die Bewegung. Soweit dir das am Anfang möglich ist. Aber wichtig ist, dabei zu bleiben. Konzentriere dich die ersten 3 bis 4 Wochen einfach darauf, weiter zu machen. Du kannst am Anfang auch gar nicht besonders schnell laufen, denn deine Muskeln müssen sich erst an die neue Bewegung gewöhnen. Halte durch, mit der Zeit wirst du auch schneller werden.
  • Da tut sich nichts Dir geht das alles zu langsam? Du hast nach den ersten paar Laufrunden das Gefühl, deine Fitness ist unverändert? Überlege mal, wie lange du keinen Sport gemacht hast. Eben. Durchs Laufen wirst du mit der Zeit eine wahnsinnig tolle Kondition bekommen. Mit der Zeit. Wenn du regelmäßig läufst. Lass dich nicht entmutigen, wenn du nach fünf Mal Laufen keine großartige Veränderung bemerkst, dein Körper ist keine Maschine. Muskeln, Sehnen, Lungen, Herz-Kreislauf – dein Körper muss sich erst an die neue Herausforderung, vor die du ihn stellst, anpassen. Das dauert, aber glaube mir, der Veränderungsprozess hat bereits begonnen! Und nach dem ersten Monat deines neuen Läuferlebens schaffst du ganz sicher schon mehr als bei deinem ersten Lauf! Ganz sicher.
  • Starkes Übergewicht Ein paar Kilo zuviel sind kein Thema beim Laufen. Wenn du aber starkes Übergewicht hast, solltest du zuerst dein Gewicht reduzieren. Bei jedem Laufschritt, denn wir machen, belasten wir unsere Knie- und Sprunggelenke mit dem bis zu Dreifachen unseres Körpergewichts. Hast du also ein zu hohes Gewicht, kann Laufen deinen Gelenken schaden. Als Alternative empfiehlt sich Walken oder Radfahren.

Der große Vorteil am Laufen gegenüber anderen Sportarten ist der, dass du nicht erst wohin fahren musst, du kannst im Prinzip gleich von zu Hause aus losstarten. Das spart dir mitunter eine Menge Zeit.

Solltest du aber wirklich zu schüchtern sein um anfangs in deiner Wohngegend zu laufen, überlege dir, welche Möglichkeiten es gibt:

  • Suche dir dein Laufplätzchen Gibt es in deiner Nähe einen schönen Park, der leicht mit der Straßenbahn, dem Bus oder dem Auto erreichbar ist? Ist es dir möglich, in den ersten 3 bis 4 Wochen deines Laufstarts täglich dorthin zu fahren? Denn anfangs solltest du täglich eine halbe Stunde laufen. Mach dir vorab bewusst, dass auch dort Menschen sein werden. Es verringert sich nur die Wahrscheinlichkeit, dass du jemanden triffst, den du kennst.
  • Abends laufen ist auch eine Möglichkeit, die ich dir aber nicht empfehlen will. Zwar laufe ich selbst gelegentlich wenn es bereits dunkel ist – aber ich weiß von mir selbst, dass ich im Zweifelsfall Fersengeld geben könnte, sollte ich mich mit einer mulmigen Situation konfrontiert sehen. Würdest du dich dabei wohl fühlen? Ein anderer Faktor, der gegen Laufen bei Dunkelheit spricht, ist der, dass unser Körper sich einfach wohler fühlt und mehr Glückshormone ausschüttet , wenn wir uns bei Tageslicht bewegen. Dir wird Laufen dadurch einfach mehr Spaß machen!
  • Laufband Laufen am Laufband, entweder im Fitnessstudio oder am eigenen Laufband zu Hause, soweit man dafür Platz hat, sind ebenfalls noch Alternativen zum Laufen vor der eigenen Haustüre. Ich selbst bin keine Fan von Laufbändern, dazu mehr in einem gesonderten Beitrag, aber: es ist auf jeden Fall besser als gar nicht zu laufen. Solltest du die Gelegenheit haben, es wo auszuprobieren, schau es dir doch einmal an und entscheide dann selbst.

Lasse dir diese Möglichkeiten durch den Kopf gehen und überlege, wo du gerne deine ersten Laufschritte machen möchtest! Suche dir noch ein Gewand, das sich halbwegs für den Anfang eignet. Du musst nicht gleich perfekt durchgestylt sein, aber wohlfühlen solltest du dich! Und dann trau dich und mache deine ersten Laufschritte!

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie. In dieser bereits erschienen sind:

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