Allgemein Laufen

Laufstart 1: Mache Laufen zu deiner Gewohnheit

Wir Menschen sind nun mal Gewohnheitstiere. Sind wir es gewohnt, zum Frühstück die Zeitung zu lesen, vergeht uns eventuell der Appetit, wenn wir sie morgens nicht im Postkasten finden. Steigen wir täglich die letzte U-Bahn-Station früher aus und gehen zu Fuss in die Arbeit, machen wir uns darüber gar keine Gedanken mehr. Trinken wir unseren Kaffee nur mit Milch ohne Zucker, zerbrechen wir uns nicht jedes Mal aufs neue den Kopf, ob wir denn nun einen Teelöffel Zucker in die Tasse möchten oder nicht. Unser Leben hat seine Abläufe und Regeln, wir stellen nicht täglich alles neu in Frage, das vereinfacht unseren Alltag ungemein.

Wäre jetzt ganz einfach, wenn ich sage: Du willst laufen? Dann mache es zu deiner Gewohnheit! Und so einfach ist es eigentlich auch.

Bastle dir einen Laufreflex!

Eigentlich. Denn: Zum einen ist da der Schweinehund. Alles Negative in deinem Kopf, das dir alle möglichen Ausreden liefert und dich denken lässt, laufen sei anstrengend, dabei würdest du doch nur grauslich schwitzen, igitt, wahrscheinlich mit hochrotem Kopf durch die Gegend schnaufen und so weiter. Darauf gibt es nur eine Frage zu beantworten: willst du laufen oder nicht?

Deine Antwort ist ja? Sehr schön! Dann musst du laufen nur noch zu deiner Gewohnheit machen. Gewohnheiten entstehen aber nicht von heute auf morgen. Rund 3 Wochen braucht unser Kopf um Neues als Alltägliches zu etabieren. Wer schon einmal mit dem Rauchen aufgehört hat, weiß wohl, was ich meine. (Ja, bis vor meiner ersten Schwangerschaft habe ich auch noch geraucht.) Der körperliche Nikotinentzug dauert gerade einmal ein paar Tage, der Kopf beginnt erst nach etwa drei Wochen ein wenig Ruhe zu geben. Es sind diese alltäglichen Handlungen, die mit der Zeit zu etwas Selbstverständlichem geworden sind. Wie das Zähne putzen. Und Laufen sollte im Idealfall für dich so selbstverständlich werden wie Zähne putzen. Ein tägliches Ritual.

Das heißt aber nicht, dass du ab nun für den Rest deines Lebens jeden Tag laufen gehen musst. Wie oft du Zeit findest und es dich freut, wirst du später entscheiden. Für den Anfang, um eine Gewohnheit zu schaffen, solltest du die ersten drei Wochen jedoch wirklich täglich laufen gehen. Dr. Ulrich Strunz, Mediziner und einst Laufpapst, nannte es „sich einen Laufreflex basteln“. Er empfahl gar 4 Wochen tägliches Laufen und schaffte es damit, aus einem eingefleischten Couch-Potato wie mir, eine begeisterte Läuferin zu machen!

Du wirst fitter! Freu dich!

Nicht nur, dass du, wenn du wirklich 3 bis 4 Wochen durchhältst und dranbleibst furchtbar stolz auf dich und dein Durchhaltevermögen sein wirst! Innerhalb von diesen ersten Wochen wirst du auch merkbare Verbesserungen deiner Fitness bemerken. Die wenigsten schaffen es, am Anfang eine halbe Stunde „durch zu laufen“, vergiss es – außer vielleicht diejenigen, die von einer anderen Sportart schon eine enorme Fitness mitbringen. Die meisten Laufanfänger, mich eingeschlossen, halten sich an Laufen-Gehen-Pläne, mit der Hoffnung, nach 4 Wochen wirklich eine halbe Stunde, ohne Gehpausen, laufend durchzuhalten. Ich habe damals länger als 4 Wochen gebraucht 😉 Egal. Denn auch, wenn du nach 4 Wochen noch immer zwischendurch gehst, merkst du einfach, dass dir das Laufen zunehmend leichter fällt, du etwas weniger schnaufst, Laufen immer lustiger wird. Und nach dem Lauf fühlst du dich großartig, weil du drangeblieben bist und etwas Gutes für dich und deinen Körper getan hast. Herrlich!

Also, willst du Laufen zu deiner Gewohnheit machen, überlege dir am besten vorab konkret, zu welcher Tageszeit du einen Lauf am einfachsten in deinem Tagesablauf unterbringst. Nimm dir den Lauf fest vor. Richte dir das Laufgewand vorab her. Vergiss nicht, dir zu überlegen, wo du deinen Schlüssel oder dein Handy einsteckst. Und dann lass keine Ausreden mehr zwischen dich und dein Vorhaben kommen und bastle dir einen Laufreflex.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie. In dieser bereits erschienen sind:

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